Wie ‚Pokémon Go’ eine Nachhaltigkeitstransformation unterstützen könnte

Von Isabel Schrems

This blogpost is part of a transdisziplinary student project in the region of Oldenburg tought by Moritz Engbers, Prof. Ulli Vilsmaier, Dr. Maraja Riechers.

Dieser Blogpost ist Teil des Studentenprojektes Transdisziplinäres Projekt: Landkreis Oldenburg im Master Nachhaltigkeit. Lehrende: Moritz Engbers, Prof. Ulli Vilsmaier, Dr. Maraja Riechers.

Im Sommer letzten Jahres war weltweit ein ungewöhnliches Phänomen zu beobachten. Hunderte von Menschen versammelten sich im Freien an Plätzen, die sonst menschenleer waren. Grund hierfür war nicht etwa die Entdeckung einer seltenen Heilpflanze, sondern eher einer besonderen Tierspezies – dem Pokémon.

 Doch was hat das Pokémon mit unserem Forschungsprojekt zu tun?

Unser Studierendenprojekt ist eingebettet in das übergeordnete Projekt ‚Leverage Points for Sustainable Transformation’. Wie der Name bereits vermuten lässt wird sich hier intensiv mit den von Donella Meadows stammenden Konzept der ‚leverage points’ (auf deutsch ‚Interventionspunkte’) im Nachhaltigkeitskontext auseinandergesetzt. In einer komplexen Struktur sind dies Punkte, an denen kleine Änderungen zu einem großen Wandel im gesamten System führen können (1). Abson et al. (2017) identifizieren drei Bereiche, in denen Änderungen besonders bedeutend für eine tiefergehende Nachhaltigkeitstransformation sein könnten: Re-structure, Re-think und Re-connect. Im Bereich Re-structure wird sich mit institutionellem Wandel beschäftigt, während bei Re-think die Wissensproduktion und -verbreitung im Fokus liegt. Der Re-connect-Bereich konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur (2). Und da kommt wieder das Pokémon ins Spiel. In diesem Blog Post möchte ich Ihnen am Beispiel von Pokémon Go zeigen, dass es die ungewöhnlichsten und ‚unnatürlichsten’ Dinge sein können, die unser Verhältnis zur Natur beeinflussen und sich so positiv auf eine gesellschaftliche Transformation zu mehr Nachhaltigkeit auswirken könnten. Denn laut Meadows (1999) sind auch Interventionspunkte oft kontraintuitiv und nicht direkt sichtbar (1).

Dazu müssen wir zuerst ein genaueres Augenmerkt auf die Mensch-Natur Beziehung an sich legen. Die menschliche Verbindung zur Natur ist komplex und geht weit über die physikalische Abhängigkeit hinaus. Unsere Körper sind Organismen, die ohne die Natur nicht lebensfähig wären. Jedoch haben wir auch auf kognitiver, emotionaler, philosophischer und empirischer Ebene eine Beziehung zur Natur (3). Unsere heutige Gesellschaft hat sich allerdings in vielerlei Hinsicht von der Natur ‚entfremdet’. So sind wir durch den Konsum natürlicher Ressourcen materiell zwar nach wie vor mit der Natur verbunden, allerdings haben Globalisierung und Industrialisierung diese Verbindung stark geschwächt (2). Wir sind nicht mehr darauf angewiesen, was lokal und saisonal in unserer Umgebung verfügbar ist, sondern können auf weltweite Ressourcen zurückgreifen. Die zunehmende Verstädterung führt außerdem dazu, dass die Natur einen immer kleiner werdenden Teil unseres Lebensraums ausmacht. Auf physischer oder empirische Ebene findet also auch eine Entfremdung statt (4).
Diese Entfremdung zu überwinden und die Menschen wieder mit Natur zu ‚reconnecten’ könnte in den Augen von Abson et al. (2017) eine Nachhaltigkeitstransformation vorantreiben. Denn unsere Wahrnehmung von der Natur und unsere Beziehung zu ihr beeinflusst wie wir sie behandeln (2). Beispielsweise können die Auswirkungen unseres Fleischkonsums durch das Kennenlernen der Masttiere und deren Haltungsweise bewusst gemacht werden und zu einer Veränderung der Essgewohnheiten führen.

Wie aber könnte Pokémon Go unsere Beziehung zur Natur verändern?

Technische Entwicklung und verändertes Spiel- und Freizeitverhalten tragen ihren Teil zur menschlichen Entfremdung von der Natur bei: Heutzutage ist es unüblich geworden den Großteil der Freizeit draußen im Grünen zu verbringen. Die Suche nach den japanischen Fantasiewesen jedoch lockt die TeilnehmerInnen des Pokémon Go-Spiels raus ins Freie und oftmals in die Natur oder an Orte, an die sie es bisher selten verschlagen hatte. Denn es ist Aufgabe des Spiels sich in der realen Welt auf die Jagd nach den digitalen Pokémons zu begeben. Teilweise müssen mehrere Kilometer überwunden werden, bis ein bestimmtes Wesen gefunden werden kann. Sichtbar wird es aber nur mit dem Smartphone. Denn die Phantasiewesen sind nur digital zu sehen. Durch Pokémon Go spazieren auf diese Weise auch viele Menschen durch die Natur, die sonst selten einen solchen Streifzug unternehmen. Auf physischer Ebene werden Mensch und Natur durch Pokémon Go also wieder zusammengeführt. Letztendlich haben die Spielenden jedoch keine Augen für die schöne Pflanz- und Tierwelt, die sie umgibt, und setzten sich mit dieser nicht auseinander – sie sind lediglich auf der Suche nach menschlich kreierten Fantasiewesen. Könnte das Spiel dennoch tatsächlich umweltbewussteres Handeln fördern und damit eine gesellschaftliche Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen?

Fig. 1

Fotos: Isabel Schrems

Ja, denn bereits der unbewusste Aufenthalt in der Natur kann das Verhältnis der Spielenden zu ihrer Umwelt positiv prägen – insbesondere im Kindesalter. Matteo Giusti (2016) ist der Ansicht, dass sogenannte ‚Natur-Routinen’ von Kindern wichtige Interventionspunkte einer nachhaltigen Entwicklung darstellen könnten. Unter Natur-Routinen versteht er dabei alltägliche Erfahrungen mit der Natur, die sowohl durch räumliches als auch zeitliches Aufhalten geprägt sind. Eine bewusste Auseinandersetzung mit der Natur ist nicht unbedingt ausschlaggebend für eine positive Bindung. Vielmehr können es, ihm zufolge, unterbewusste Erfahrungen mit der Natur sein, die die kindliche Einstellung zu ihr stark prägen (5).

Verbringen wir als Kinder unsere Zeit damit draußen Pokémons zu jagen, könnte dies unbewusst unsere Bindung zur Natur stärken und damit auch beeinflussen, wie wir als Erwachsener mit unserer Umwelt umgehen. Die Frage ist nur, wieviel die Kinder bei der Jagd auf Pokémons überhaupt von der Natur erfahren. Wird das Spiel dominiert von der ehrgeizigen Suche nach dem nächsten Fantasiewesen auf dem Smartphone-Bildschirm, tritt die Natur womöglich soweit in den Hintergrund, dass sie auch unterbewusst keine Rolle spielt. Pokémon Go ersetzt keine tatsächlich wahrgenommenen Erlebnisse im Freien. Für sich allein kann das Spiel also nicht als eine Lösung für das Entfremdungsproblem von Mensch und Natur angesehen werden – allerdings könnte es in Verbindung mit bewussteren Naturaktivitäten helfen die ‚Natur-Routinen’ wieder leichter im Alltag der Kinder zu integrieren.

 

Quellen

  • Meadows, D. 1999. Leverage points: Places to intervene in a system. The Sustainability Institute Hardtland.
  • Abson, D. J. et al. 2017. Leverage points for sustainability transformation. Ambio 46/1: 30-39.
  • Ives, C. D. et al. 2017. Human-nature connection: a multidisciplinary review. Current Opinion in Environmental Sustainability 26-27: 106-113.
  • Andersson, E. et al. 2014. Reconnecting cities to the biosphere: stewardship of green infrastructure and urban ecosystem services. Ambio 43: 445-453.
  • Giusti, M. 2016. Nature Routines of Children as Leverage Point for Sustainable Social-Ecological Urbanism. Licentiate thesis in Sustainability Science, Stockholm University.

Das Betreten unbekannten Terrains – meine Erfahrungen mit der transdisziplinären Forschung

Von Johanna Kruse

This blogpost is part of a transdisciplinary student project in the region of Oldenburg taught by Moritz Engbers, Prof. Ulli Vilsmaier, and Dr. Maraja Riechers.

Dieser Blogpost ist Teil des Studentenprojektes Transdisziplinäres Projekt: Landkreis Oldenburg im Master Nachhaltigkeit. Lehrende: Moritz Engbers, Prof. Ulli Vilsmaier, Dr. Maraja Riechers.

Erfahrungen mit der transdisziplinären Forschung darf ich innerhalb meines Masterstudiengangs Nachhaltigkeitswissenschaften im Rahmen des Leverage Points Projekts zum ersten Mal sammeln. Transdisziplinäre Forschung ist für mich und viele andere ForscherInnen das Betreten von unbekanntem Terrain. Doch was passiert, wenn man unbekanntes Gebiet betritt? Ich war zum einen neugierig, zum anderen aber auch vorsichtig. In unsicherem Terrain sollte man wachsam sein, da man nie mit Sicherheit sagen kann, was auf einen zukommt oder in welche Richtung sich eine Idee in Zusammenarbeit mit anderen Studenten/-innen, Dozenten/-innen, Akteuren/-innen entwickelt. Doch genau aus dieser Unsicherheit entstand für mich der Wunsch, weiter in die transdisziplinäre Forschung einzutauchen. Für mich war in jedem Fall klar, dass das Gebiet “trandisziplinäre Forschung” erkundet werden muss.

Wieso jedoch spielt transdisziplinäre Forschung in meinem Studiengang überhaupt eine Rolle, was ist das Ziel?
Das Ziel der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung ist eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit, die die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse erfüllt und dabei die Einschränkungen des technologischen Fortschritts und der sozialen Organisation auf die Fähigkeit der Umwelt, den gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden, berücksichtigt. Dabei handelt es sich um vielschichtige, gesellschaftliche Belange, aus denen im Umkehrschluss eine komplexe transdisziplinäre Forschung resultiert. Komplexität resultiert in diesem Zusammenhang daraus, dass Personen aus z.B. den verschiedenen Bereichen der Wissenschaft mit Personen aus der freien Wirtschaft, sowie Bürgern/-innen gemeinsam an einer Fragestellung arbeiten. Dabei sind die verschiedenen Interessenbereiche und Bedürfnisse zu beachten, die eine transdisziplinäre Forschung auszeichnen. Um zuverlässige Kenntnisse für gesellschaftliches Belang über zukünftige Entwicklungen zu schaffen, muss die Forschung die Vielfalt, Komplexität und Dynamik der damit verbundenen Prozesse sowie deren Variabilität zwischen konkreten Problemsituationen reflektieren.

Was ist von uns Studierenden gefordert?
Meine Aufgabe ist es somit, alle bisherigen Paradigmen in Bezug auf Praxis und Theorie abzulegen und einen Wandel von Technologie und gegebenenfalls sozialer Umstrukturierung voranzutreiben um unter Einbeziehung der Umwelt, zukünftigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Doch transdisziplinäre Forschung ist, wie bereits erwähnt, für mich und viele andere Forscher/-innen auf Grund der Komplexität ein neues Terrain. Die zu beantwortenden Fragen behandeln nicht nur die empirische Ebene, sondern decken auch normative und praktische Ebenen der gesellschaftlichen Problemlösung ab. Im Folgenden werden die zu bearbeitenden Fragen mit gesellschaftlichen Praktiken und politischen Gesetzgebungen verknüpft.

Wie also vorgehen?
Innerhalb dieses kooperativen Forschungsprozesses wollen wir Studierenden im Rahmen des Leverage Points Projekts die folgenden grundlegenden Fragen beantworten um den Herausforderungen und der Komplexität der transdisziplinären Forschung gerecht zu werden:

  1. Auf welche Weise stellen Prozesse ein Problemfeld dar und wo sind die Bedürfnisse für Veränderungen?
  2. Was sind bessere Praktiken (Ziele im Sinne von Zielen der nachhaltigen Entwicklung)?
  3. Wie können bestehende Praktiken verwandelt werden?

Die Themen, die aus der Literatur zur Entwicklung und Bewertung von Anpassungsstrategien im Allgemeinen und der damit verbundenen Beteiligung der Akteure hervorgehen, können in sechs strategische Aktivitäten oder Schritte unterteilt werden. Hierbei werden zeitgleich auch die zuvor genannten grundlegenden Fragen beantwortet:

  1. Aufbau und Ausgangspunkt des Prozesses
  2. Bewertung des vorhandenen Wissens und des Risikokontextes
  3. Ermittlung möglicher Anpassungsmöglichkeiten
  4. Auswahl von Anpassungsoptionen
  5. Gestaltung der Umsetzung
  6. Planung von Monitoring, Evaluation und Lernen

Der Aufbau kann als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Anpassungsstrategie gesehen werden, die durch kontextspezifische interne und externe Faktoren ausgelöst wird. Eine Anapassungsstrategie hilft allen Beteiligten zielgerichtet zu arbeiten und dabei die ermittelte Strategie auf die entwickelte Fragestellung anzuwenden und wenn nötig anzupassen. Die Schritte 2–6 werden durch strategischen Ansätze, Zeitrahmen, Kriterien, Treiber und Barrieren festgesetzt. Dabei orientiert sich die Festsetzung dieser Schritte an den Grenzen und Möglichkeiten der Identifizierung, Selektion, Implementierung, dem Monitoring und der Bewertung von Anpassungsmaßnahmen sowie verwandten Strategien.

Im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung beschäftigt sich die transdisziplinäre Forschung mit einem Problemfeld, indem sie die unterschiedlichen Dimensionen der Frage identifiziert und ihre Komplexität, Dynamik und Variabilität auf eine Nachhaltigkeitstransformation untersucht. Die “Haltung“ der verschiedenen Akteure spielt eine wichtige Rolle bei der Ermittlung und Strukturierung von Forschungsproblemen, da die Forschungsfrage mit den menschlichen Praktiken zusammenhängt. Die Konsequenzen dieser Praktiken können Einzelpersonen in direkter und indirekter Weisen beeinflussen, daher ist es von Wichtigkeit ihre Bedürfnisse und Interessen zu beachten. Um die relevanten Dimensionen kennenzulernen ist daher zu untersuchen, in welcher Weise die Interessen und Bedürfnisse der Akteure von bestimmten Praktiken und deren Konsequenzen betroffen sind. Weil institutionelle Veränderungen und Verhaltensänderungen Teil der Strategien sind, muss die transdisziplinäre Forschung auf Veränderungen eingehen, die über die Optimierung bestehender Institutionen hinausgehen (Single Loop Learning). Transdisziplinäre Ansätze für Forschung und Entwicklung zielen daher auch auf die Unterstützung von “Doppelschleifen -Lernen” ab. Damit ist die Umstrukturierung von Institutionen, und die Sicherung der Weiterentwicklung, durch eine kritische Bewertung der Ergebnisse der Anpassungen und damit die Kapazitätserweiterung von Lernprozessen der Zukunft gemeint.

Welche Möglichkeiten eröffnet das betreten dieses unbekannten Terrains?
Die Arbeit in einem transdisziplinären Projekt ist ein dynamischer und komplexer Prozess der einer ständigen Weiterentwicklung unterzogen ist. Jene Art der Forschung ist eine sehr realitäts- und praxisorientierte Forschung, denn um unseren heutigen Problemen und Aufgaben gerecht zu werden sind neue Denkansätze gefordert, die sich der Komplexität ihrer Entstehung anpassen. In der Praxis sind diese Erfahrung für mich persönlich sehr fordernd und innerhalb der Gruppen wird sehr viel Zeit damit verbracht die grundlegenden Fragen zu diskutieren um Festzustellen welche Ansicht jedes Gruppenmitglied mit sich bringt. Immer wieder muss dabei jedoch darauf geachtet werden, dass der roten Faden (die Problemstellung) nicht verloren geht. Dabei helfen das Bewusstmachen vorgegebener Leitfragen und vor allem auch die Gespräche mit den Dozenten/-innen. Ich denke, dass die transdisziplinäre Forschung auf Grund ihres Praxisbezugs und der Komplexität viele Möglichkeiten für die Bearbeitung von zukünftigen Problemen eröffnet. Nur auf diese Weise, kann die Forschung dabei unterstützt werden, eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben und zu implementieren. Somit ist die transdisziplinäre Forschung ein wichtiges Instrument einer nachhaltigen Forschung und daher betrete ich es gerne, das unbekannte Terrain.

Literatur

  • Argyris, C., Schön, D. A. (1996): Organizational Learning II, Blackwell, Cambridge
  • Costanza, R., Cumberland, J., Daly, H.., Goodland, R., Norgaard, R., 1997. An Introduction to Ecological Economics, St. Lucie Press, Boca Raton
  • Funtowicz, S.O., Ravetz, I.R., O‘Connor, M., (1998): Challenges in the use of science for sustainable development. International Journal for Sustainable Development 1, pp. 99-107
  • Hadorn, H., Bradley, D., Pohl, C., Rist, S., Wiesmann, U. (2006): Implications of transdisciplinarity for sustainability research, Ecological Economics 60, pp. 119 – 128
  • Lawrence, R. 2004. Housing and health: from interdisciplinary principles to transdisciplinary research and practice. Futures 36, 487-502.
  • Wamsler, C. (2017): Stakeholder involvement in strategic adaption planning: transdisciplinarity and co-production at stake?, Environmental Science and Policy 75, pp. 148–157
  • WCED, 1987. Our Common Future. Oxford University Press, Oxford

Leaving the ivory tower: Leuphana students meet actors in the study field

– by Lara Schönweiss –

Dieser Blogpost ist Teil des Studentenprojektes Transdisziplinäres Projekt: Landkreis Oldenburg im Master Nachhaltigkeit. Lehrende: Moritz Engerbers, Prof. Ulli Vilsmeier, Dr. Maraja Riechers

Four months ago, the transdisciplinary project in the region of Oldenburg has been expanded even more!

Now a group of 22 students from the master program Sustainability Science at Leuphana University Lüneburg affiliated their own transdisciplinary project with the Leverage Points project.

picture by Laurin Berger

Picture by Laurin Berger

What is this all about? Our research project up to now

As transdisciplinary research is considered a key aspect of Sustainability Science3, the curriculum of this master program involves a project lasting for two semesters. During this time students learn how to do research independently, but embedded in a comprehensive scientific context and guided by lecturers.

Within the question of the Leverage Points project “In how far can nature parks be levers for sustainability transformation?”, we decided to focus on two broader research fields concerning the Naturpark Wildeshauser Geest, namely “nourish” and “drive”. These two topics were adapted from the first leading question developed at a workshop by Leverage Points project: “How can a (bio)diversity corridor nourish, promote and drive a viable and sustainable life in the Oldenburg region?”.

After more than two months of developing and organizing our groups and getting theoretically involved in transdisciplinary research and the study field, we finally had our first excursion to the Naturpark Wildeshauser Geest from June 13 to 15.

In Sustainability Science, we deal with complex real-world problems and produce socially robust knowledge which prospectively leads to potential social impact.5 Thus, one major part is to include local people as soon as possible in the research process.

At the moment, our research group is dealing with “Phase A – problem framing”3, so that it has been a perfect time to experience the nature park, meeting local people, press, mayors, people from the artecology_network and the association Naturpark Wildeshauser Geest.

“Why is this so important?”, people might ask.

Sustainability researchers deal with complex systems, but cannot craft usable knowledge on their own. Therefore, it is essential that we get to know practitioners and start collaborating with these local experts.1

Sustainability research should be based on mutual learning between scientists of different disciplines and key actors from society. This way it is possible to apply knowledge and values from practice in science and utilize science knowledge in practice.5 With the help of local people’s systems knowledge and joint reflections concerning the research topic, scientists’ understanding of knowledge-related problems is expected to increase.2,4 Thus, various kinds of knowledge can be integrated within the transdisciplinary process – namely modes of thought, disciplines, cultures, systems and perspectives.5

PRACTICE: First meeting with actors

The Oldenburg region was green, the sun was shining and our first impression was: What an idyllic countryside!

After arriving in Kirchhatten, we prepared dinner and started our excursion with a get-together, including researchers from Leverage Points project, artists from artecology_network and us, nine students of our project. This dinner was taking place at the spot where the collaboration of Leverage Points project and artecology_network is tangible: at the (Bio) Diversitycorridor. This container informs local citizens about the project and is extended with wooden art. Hence, we got a concrete idea of the project and a feeling for the place. All people were very open, friendly and curious about our group. Besides, everyone was excited about the press conference on the following day and preparing for it.

The press conference helped to get a detailed and clear insight into the project (Bio) Diversitycorridor and the connection between artecology artists and scientists of Leuphana University. Furthermore, we had the possibility to observe the collaboration with local people, with politicians  and with the responsible partner of the Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung which funded the project.

Moreover, we met the representative managers of the association Naturpark Wildeshauser Geest. Due to a friendly and productive conversation, we received a great overview of the responsibilities and projects of the association. We also already exchanged specific views on how we could collaborate and which issues would offer a connection to our research. In the end, we promised to keep in touch and work together regarding the direction of our research project.

Experiencing two projects of the artecology_network (“GeLIEBter NEOphyt” by Anja Schoeller, http://www.zwischenbericht.eu, and “Civil Wilderness” by Dr. Helene von Oldenburg and Claudia Reiche, http://www.mars-patent.org) we also learned a lot about their approach of reconnecting with nature and dealing with human-nature relationships. Within “GeLIEBter NEOphyt”, for example, we dealt with “foreignness” and enjoyed an evening searching for unfamiliar plants getting to know their effects.

Finally, we reflected our impressions of Kirchhatten with our lecturers and explored the nature park by foot, walking along the river Hunte and through forest.

Clash of science and practice

Because of our excursion to the region of Oldenburg our group of students received a comprehensive picture of the nature park and towns located within. Additionally, we gained detailed knowledge about the network of people living there and working in administrative, political and artistic fields.

The great diversity of possible actors implements a high potential of identifying relevant topics for sustainable transformation within a transdisciplinary project. This is very important as the group’s composition of researchers and actors has a substantial influence on the outcome of a research project.4

Due to the openness and friendliness of all local actors who we met so far, I am very confident to set up an interesting and diverse group of actors to identify sustainability problems within the nature park and to develop strategies for transforming the issues. Thus, in the end hopefully our results will serve as an orientation for the actors to adapt to and utilize it within their decision-making processes towards a sustainability transformation in the region.5

References:

1 Clark, W. C. et al. (2016): Crafting usable knowledge for sustainable development. PNAS 113 (17): 4570-4578.

2 Felt, U. et al. (2016): Transdisciplinary Sustainability Research in Practice: Between Imaginaries of Collective Experimentation and Entrenched Academic Value Orders. Science, Technology, & Human Values, 41 (4): 732-761.

3 Lang, D. J. et al. (2012): Transdisciplinary research in sustainability science: practice, principles, and challenges. Sustainability Science 7: 25-43.

4 Schneider, F.; Rist, S. (2014): Envisioning sustainable water futures in a transdisciplinary learning process: combining normative, explorative, and participatory scenario approaches. Sustainability Science 9: 463-481.

5 Scholz, R. W.; Steiner, G. (2015): The real type and ideal type of transdisciplinary processes: part I – theoretical foundations. Sustainability Science 10: 527-544.

Masterkurs„Transdisziplinäres Projekt: Naturpark Wildeshauser Geest

By Maraja Riechers and Moritz Engbers

Wir im Projekt „Leverage Points for Sustainability Transformation“ an der Leuphana Universität arbeiten an transdisziplinäre Fallstudien in Siebenbürgen (Rumänien) und im Landkreis Oldenburg. Alles mit dem Hintergrund, deep leverage points (Meadows 2009) für Nachhaltigkeitstransformationen zu identifizieren. Im Landkreis Oldenburg arbeiten wir zusammen mit dem ArtEcology_network und verschiedenen Akteuren an der Leitfrage:

(Bio) Diversitätskorridor: Wie können Allianzen gebildet werden, um die Region Oldenburg zukunftsfähig zu gestalten?

Nun beschäftigen sich auch 22 Studierende der Leuphana Universität gemeinsam mit uns an dieser Leitfrage. Die Studierenden sind Teilnehmer des Masterstudiengangs „Nachhaltigkeitswissenschaft“ an der Leuphana Universität Lüneburg. Ziel ist es, den gesamten Bogen eines transdisziplinären Forschungsprojektes von der Formulierung der Forschungsfrage bis zur Unterstützung der Implementierung von Forschungsergebnissen zu durchlaufen.
Das Projekt der Studierenden konzentriert sich auf den Naturpark Wildeshauser Geest. Unter der übergeordneten Frage, inwiefern Naturparke Ansatzpunkte für eine Nachhaltigkeitstransformation sein können, werden die Themen „Was die Region antreibt“ und „Was die Region nährt“ vertieft.
In den kommenden Monaten werden sich daher die Studierenden hier auf dem Blog mit den Themen von Transdisziplinarität, dem Landkreis, dem Naturpark und Leverage Points auseinander setzen. Wir freuen uns darauf!

Das Projekt wird durch die Lehrenden Maraja Riechers, Moritz Engbers und Ulli Vilsmaier aus dem Team des Leverage Points for Sustainability Transformation Projektes betreut.
Für Fragen zur transdisziplinären Fallstudie im Landkreis Oldenburg: Moritz Engbers (engbers@leuphana.de, 04131-677-4014)